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Strahlender Tod > pdf In diesen Tagen geistert ein strahlender Tod durch die Nachrichten. Gemeint ist der befürchtete Strahlentod, den die mutigen Arbeiter in und um das beschädigte Atomkraftwerk in Japan erleiden könnten. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erleiden werden, bekräftigen gewisse Experten. Hier allerdings ist die Rede von einem Strahlentod, der gänzlich ohne Strahlenverseuchung auskommt. Ein strahlender Tod, der mit an Unwahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit unser aller Natur entspricht. Unglaublich fern ist uns der Traum, dass wir strahlend in den Tod gehen könnten. Wenn überhaupt ist diese Art des Sterbens Selbstmördern, Terroristen, Heldensoldaten, Kamikaze-Piloten oder anderen Märtyrern vorbehalten. Und selbstverständlich den erleuchteten Meistern. Wir Normal-Sterblichen hingegen können schon zufrieden sein, wenn wir auf dem Totenbett mit einem friedlichen Lächeln auf dem Gesicht in den ewigen Frieden hineinsterben können. Dabei vergessen wir die eine lichtvolle Wahrheit. Dass jeder Tod strahlend ist, wenn denn erkannt ist, dass der Tod eine Illusion des Verstandes ist. Ja, wir sterben alle den Strahlentod, denn letztlich ist es der Tod unseres Vergessens und der Trennung, unserer Einbildung und Anmassung, unserer Identität und Anhaftung, es ist der Tod all der Bilder und Muster und Vorstellungen, unseres antrainierten religiösen und mentalen Glaubens, unseres aufgeblähten Egos. All dies darf eingehen in das Strahlen des Göttlichen, aufgehen im Strahlen Gottes der Göttin und dahingehen im ewigen Strahl des ICH BIN. Selbst die strahlende Sonne wird den Weg in ihren eigenen Strahlentod gehen. Irgenwann wird auch sie mit einem letzten Funken verlöschen. In ultrafernen Tagen wird ihr Feuer sich zurückdehnen, sie wird sich selbst aufgeben, dem Grossen Ganzen hingeben und sich still und leise auflösen im Nichts, das alles IST. So gesehen ergeht es uns Menschen nicht anders als der grossartigen Sonne oder der kleinartigen Ameise, die gerade unterwegs ist zu mächtigen Taten. Die Ameise weiss nicht, dass ihre Lebenszeit in ihrem derzeitigen Körper begrenzt ist, doch Gott die Göttin weiss mehr. Wir Menschen meinen zu wissen, dass unsere Zeit auf Erden ein Ende hat, doch Gott die Göttin weiss mehr. Denn alles was wir Menschen wissen, kommt aus unserem Verstand. Es sind lediglich unwissende aber meinungsbildende Gedanken. Und diese unbedeutenden Gedanken lassen uns wissen, dass wir sterblich sind, dass der Tod nur in seltenen Fällen selbstgewählt und in den allermeisten Fällen eine Tragödie und oft auch sinnlos ist, manchmal viel zu früh und oft auch völlig unerwartet kommt, deshalb mit allen Mitteln hinausgeschoben und am liebsten verhindert werden muss. Oh, wenn wir doch annehmen könnten, dass unserem Tod ein Strahlen innewohnt. Oh, wenn wir doch loslassen könnten von unseren Gedanken und uns hingeben könnten in die Ewigkeit des Lebens während unserer irdischen Lebenszeit. Oh, wenn wir doch strahlen könnten angesichts unseres Strahlentodes. Oh, wenn wir uns doch mit leuchtenden Augen und freudigen Herzens von unserem Ego verabschieden könnten. Oh, wenn wir doch glücklich sein könnten, hier und jetzt und immerdar in diesem einen unendlichen und unbegrenzten Moment unseres Daseins. Dann könnten wir wahrhaftig mutig sein, nicht weil wir den strahlenden Tod nicht mehr fürchten, sondern weil wir dankbar sind, ihn bereits zu Lebzeiten hinter uns gelassen zu haben. In diesem Hinter-uns-lassen haben wir unser bisheriges Leben verlassen. Ein neues irdisches Leben ist uns dann gegeben, ein Leben, in dem wir uns nur noch und alleinig auf uns selbst verlassen, auf das göttliche Wissen in uns, das uns hingibt die Wahrheit der Verbundenheit mit allen Dingen der Schöpfung jemals existierend. Und so werden wir auch zum einzigen ICH BIN der verstrahlten Nahrung und des strahlenverseuchten Wassers, zum alleinen ICH BIN der strahlenbelasteten Atmosphäre, zum göttlichen ICH BIN der Radioaktivität. Uressenz verbindet sich mit Uressenz und Uressenz ist unantastbar. Niemand hat uns je berichtet, dass es Menschen in Japan gab, die inmitten der Atombombenenergie in Hiroshima und Nagasaki vollkommen unversehrt geblieben sind. Solche Nachrichten wollen die Mächtigen dieser Welt nicht verbreiten, denn ihre Macht wäre sofort zum Tode verurteilt angesichts der Botschaft einer solchen Macht in jedem von uns. Oh, wir könnten diese uressentielle Macht in uns in unser Leben auf Erden rufen - wenn wir denn bereit wären, dem göttlichen Ruf in uns zu folgen und aufrecht unserem Strahlentod im Hier und Jetzt entgegenzugehen. In diesem Sinne, strahlender Tod, heisse ich Dich willkommen.
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